26
Sep
2007

Kuchen

Im englischen bezeichnet ein Stück Kuchen wortwörtlich übersetzt das, was bei uns sehr erdig "a gmahde wiesn" heißt.

Ich als hoffnungslose Anglophile neige ja dazu, vor allem britische Redensarten poetischer zu finden als ihre deutschen Entsprechungen. Unser doch sehr profanes "Nicht um alles Geld der Welt" heißt bei den streitbaren NichtkontinentaleuropäerInnen etwa "Not for all the tea in China", was sich zu Zeiten der East India Trading Company zwar auf das selbe hinausgelaufen haben mag, aber ungleich viel raffinierter ausnimmt.
Was aber an Kuchen ist einfach? Für mich ist er ein Kunstwerk. Britannia sieht das anders. Zur etwa gleichen Zeit, als ihren BewohnerInnen der chinesische Tee wichtiger als Geld war, nahm die wirklich feine Gesellschaft nachmittags um fünf nicht etwa Kuchen, sondern Gurkensandwiches zum Tee.
Wobei, und das gebe sogar ich unumwunden zu, von Kulinarik haben haben die LandsmännInnen von Virginia Woolf, Jane Austen, Many Ann Evans und den Damen Bronte ja noch nie viel verstanden.
Dabei sind zumindest ihre Süßspeisen wesentlich besser als ihr Ruf. Allerdings schimpfen sie auch eines ihrer herausragendsten Desserts "trifle", Lappalie.
"A piece of cake" - ein typisch britisches Understatement also? Ich bin verwirrt.

- Antonina